Unsere Ziele

Ziele für die Pfarre Hatlerdorf

(1) Oberstes Ziel und Sinn aller Aktivitäten der Pfarrgemeinde ist, der Frohen Botschaft Jesu Christi mit seinen Lebensgrundsätzen und Forderungen gerecht zu werden. Im Mittelpunkt des Evangeliums steht für uns die Würde des Menschen, die er von Gott bekommen hat, und seine „Rettung“.
Dieses oberste Ziel schließt mit ein:

(2) Menschen mit Christus bekannt zu machen:

    1. Ihnen – aus der eigenen Erfahrung heraus – zu helfen, auch einen Zugang zum Glauben zu finden bzw. diesen zu vertiefen.
    2. Sie zum Aufbau einer „Du“-Beziehung (Gebetsleben) anregen.
    3. Sie einladen, Gemeinschaften von Glaubenden zu bilden, wo vertiefender Austausch von Glaubens- und Sinnfragen möglich ist.

(3) Eigene Gaben und Talente im Dienst an anderen einzusetzen und durch eine hilfsbereite und offenherzige Art mitzubauen an einer gerechten Welt und an einer lebendigen Gemeinschaft, in der sich alle wohlfühlen können.

(4) Die drei Säulen bzw. Vollzüge des christlichen Glaubens in ausgewogener Weise zu verwirklichen:

  1. Liturgie (Gebet und Feiern)
  2. Diakonie (Caritas, Nächstenliebe, Dienste) und
  3. Katechese (Glaubensweitergabe, und –bildung und Gruppenarbeit)

 

In folgenden Bereichen faltet sich dieses oberste Ziel in
Teilzielen und Maßnahmen aus:

 

Teilziele und Maßnahmen im Bereich „Leitung“:

(5) Die oberste Leitung nimmt gemäß dem Kirchenrecht der Pfarrer wahr.

Darüber hinaus wird Leitung

  1. bezüglich der grundlegenden inhaltlichen, pastoralen Ausrichtung der Pfarrgemeinde nur gemeinsam mit dem PGR ausgeführt.
  2. In finanziellen, baulichen Angelegenheiten und räumlichen Erfordernissen entscheidet der Pfarrer gemeinsam mit dem PfarrKirchenRat.

3.   in subsidiärer Weise von den Verantwortlichen konkreter Aufgaben und Projekte (Sekretariat, Erstkommunion- und Firmvorbereitung, Jugendarbeit, verschiedene Gruppen und Arbeitskreise, Bauausschuss,…) wahrgenommen.

4.   verstanden als Ermächtigung (statt Entmächtigung anderer), indem haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter gefördert, unterstützt, informiert und vernetzt werden.

(6) Leitung vermittelt den Dank der Gemeinde gegenüber den Mitarbeitern und organisiert zumindest jährlich ein Dankesessen für jene, die nicht in festen Gruppen organisiert, bzw. kein eigenes Abschlussessen als Gruppen gefeiert haben.

(7) Leitung koordiniert die verschiedenen Arbeitskreise, Gruppen und Aktionen und ist für den gegenseitige Informationsfluss verantwortlich.

  1. Für den Informationsfluss nützen wir den Gruppenführungskreis, der gegen Anfang des Arbeitsjahres und bei besonderen Notwendigkeiten einberufen wird.
  2. Das Pfarrblatt und die Homepage dienen ebenso als Hilfen für den genannten Informationsaustausch, wie entsprechende Hinweise bei den Verlautbarungen am Ende der Gemeindegottesdienste.
  3. Der bevorzugteste Weg ist aber der über persönliche Kommunikation mit den Leuten im Gespräch wie auch via Telefon und e-mail.

 

Teilziele und Maßnahmen im Bereich
„Kundenfreundliches Büro“

(8) Das neue Pfarrhaus ist Servicecenter für alle, die einen kirchlichen Dienst in Anspruch nehmen wollen (z.B. Anmeldung für Sakramente, Gespräch mit dem Priester,…) oder an der Organisation des tägl. Pfarrlebens mitwirken.

  1. Das Pfarrsekretariat ist so gestaltet, dass alle Pfarrangehörige sich eingeladen fühlen und „leicht über die Schwelle treten können“.
  2. Die Pfarrsekretärin hilft, soweit es ihren Kapazitäten bzw. Ressourcen entspricht, den Unterstützung suchenden AK und Gruppenleitern bei der Erledigung einfacher Dienstleistungen.
  3. Der Pfarrgemeinderat legt in Übereinkunft mit dem PKR kundenfreundliche Öffnungszeiten fest.
  4. Im neuen Büro werden auch unsere Ansichtskarten und Kirchenführer in attraktiver Weise zum Verkauf angeboten.
    Auch die HP der Pfarre wird aktiv beworben.

(9) Das Pfarrhaus ist auch als Ort der eigentlichen Seelsorge Anlaufstelle für Menschen, die eine spirituelle Begleitung oder Orientierung suchen oder bei Lebensproblemen eine Beratung brauchen.

    1. Aus Gründen der Einfachheit werden feste Gesprächszeiten bzw. Termine mit den Seelsorgern für Beratung und Aussprache telefonisch ausgemacht.

(10) Dem Geist Jesu entsprechend, der gerade die in der Gesellschaft Verachteten herzlich aufgenommen hat, begegnen auch wir den uns unsympathischen Besuchern mit Achtung und Respekt.

  1. Unsere Aufmerksamkeit gilt dabei vor allem uns selbst, damit wir uns unserer ständigen, inneren Versuchung rechtzeitig gewahr werden, Menschen nach ihrem Äußerem zu beurteilen und geringschätzig zu behandeln.
  2. Seelsorger und Angestellte sind dem Geist des Evangeliums verpflichtet, gerade auch Hilfesuchende mit besonderer menschlicher Wärme zu begegnen. Wir sind uns dabei der menschlichen Tragödien, die oft dahinterstehen, bewusst und wissen, dass sie aus ihrer Not heraus auch nicht immer die Wahrheit sagen.
  3. Christliche Barmherzigkeit kann manchmal auch bedeuten, liebevoll im Umgang, aber klar und „grenzziehend“ in der Sache zu sein.

(11) Wir überprüfen kontinuierlich die organisatorischen Abläufe der einzelnen Aufgabenbereiche im Sekretariat und ordnen jene neu, die optimiert werden können.

 

Teilziele und Maßnahmen im Bereich
„Außenwirkung unserer pfarrlichen Tätigkeiten“:

(12) Um Menschen mit Christus bekannt zu machen, gehen wir nicht in den traditionellen Seelsorgeprioritäten auf, noch bleiben wir mit unseren Aktivitäten und Kontakten nur innerhalb der schon existierenden Gruppen von Pfarrangehörigen stehen.
Wir suchen vielmehr bei allen sich bietenden Kontaktmöglichkeiten bewusst Ansprache mit den sogenannten „Fernstehenden“ oder „Menschen ohne Bekenntnis“, damit unser Tun als Pfarre wirklich auch „nach außen“ wirkt.

(13) Als Pfarre nützen wir die dafür typischen Gelegenheiten (Feier von Taufe, Erstkommunion, Firmung, Begräbnis; Krankenbesuche), um Menschen, die bisher der Kirche ferngestanden sind, auf eine Weise anzusprechen, die ein positives Interesse am Glauben erwecken kann.

    1. Im Umgang mit Fernstehenden vermeiden wir den moralisierenden Unterton und bringen unsere Freude zum Ausdruck, dass wir ihnen in der aktuellen Lebenssituation unsere Gastfreundschaft anbieten dürfen.

(14) Um jenen Menschen näher zu kommen, die außerhalb unseres traditionellen kirchlichen Wirkungskreises stehen, denken wir bei unseren Jahresaktivitäten auch an Veranstaltungen, die nicht in pfarrinternen Orten stattfinden:

1.  Gottesdienst und Feste im Freien (zB. Gelände des Sportklubs Mühlebach zu Pfingsten)

    1. Krankensalbung im Pflegeheim
    2. Bergmessen

(15) Wir nützen Veranstaltungen, wo die Kirche oder ihre offiziellen Vertreter eingeladen werden, wie Betriebs oder Geschäftseinweihungen, um auf moderne und verständliche Weise den spirituellen und religiösen Aspekt des menschlichen Lebens einzubringen.

(16) Als Pfarre zeigen wir auch medienwirksam unser Engagement im sozialpolitischen oder ökologischen Bereich.

(17) Wir pflegen eine gute Homepage (HP) der Pfarre, die über die Aktivitäten der Gemeinde informiert, weil wir uns bewusst sind, dass in dieses Medium sehr leicht auch Kirchenferne Einblick nehmen können.

  1. Wir machen die HP durch Hinweise auf pfarrlichen Produkten (Pfarrblatt, Handzettel, Plakaten in Schaufenstern) bekannt.
  2. Wir erbitten, soweit es möglich ist, von denen, die mit uns durch Taufe, Erstkommunionvorbereitung, etc. in Kontakt treten, die e-mail Adressen, um auf Angebote oder Veranstaltungen aufmerksam zu machen.
  3. Wir machen bei Veranstaltungen (digitale) Fotos und stellen sie dann auf die HP.
  4. Wir bitten um die Terminplanung der verschiedenen Gruppen der Pfarre und halten den Terminkalender auf der HP aktuell.

(18) Wir bringen gelungene Ereignisse und Veranstaltungen durch gute Medienarbeit an die Öffentlichkeit.

  1. Wir verfassen Beiträge im Pfarrblatt, im Dornbirner Gemeindeblatt, in der VN und Heimat
  2. Aushänge in den Anschlagkasten rund um die Kirche

(19)  Wir berücksichtigen bei jeder Planung von (neuen) Veranstaltungen die Werbung vor allem auch bei Personen, die nicht im inneren Kreis der Kirche stehen.

  1. Wir bewerben Familienmessen, Speisenweihe, Martinifeier, den Kindergottesdienst am Hl. Abend in Schulen und Kindergarten.
  2. Ein Pfarrinfo – speziell auf Fernstehende ausgerichtet – mit  den wesentlichen Punkten unseres Leitbildes und den Möglichkeiten zur Integration in offenen Gruppen,  wird gedruckt und bei passenden Gelegenheiten übergeben. (Z.B. bei Taufen, etc… )

 

Teilziele und Maßnahmen im Bereich
„Liturgie“

(22)  In Hatlerdorf werden aus dem reichen Schatz der Kirche verschiedene liturgische Formen praktiziert:

Abendlob, Stille Anbetung, Rosenkranz, Wortgottesdienst, Eucharistiefeier, Versöhnungsfeier, Kindermette, Kreuzweg für MinistrantInnen, Martinsumzug und Martinsfeier, Rorate, Nachtwallfahrt, Gebetsnächte, Gemeinschaftliche Krankensalbung und Schwangerensegnung.

(23) Unsere Liturgie ist Zeichen von lebendigem Glauben. Wir wollen das Geheimnis des Todes und der Auferstehung Jesu, der Verbindung von Himmel und Erde,  spürbar und erfahrbar machen. Zugleich soll die Liturgie ein gemeinsames Feiern, eine gemeinsame Danksagung aller sein, und keine Show. Die gläubige Gemeinde wirkt daher so weit wie möglich aktiv mit und soll nicht nur passive Zuschauerin sein.

(24) Dies wird unter anderem durch folgende Punkte zu verwirklichen versucht:

  1. Verschiedene Dienste werden von vielen ehrenamtlichen Jugendlichen, Frauen und Männer wahrgenommen: LektorInnen, KommunionhelferInnen, MinistrantInnen, KantorInnen, MusikerInnen, …
  2. Predigtdienst wird auch von der Pastoralassistentin, dem Pastoralassistenten oder anderen dazu befähigten Gastpredigern übernommen
  3. Verschiedene Gruppen übernehmen die Gestaltung des Gottesdienstes
  4. Die musikalische Gestaltung wird von verschiedenen Gruppen (z.B. Kirchenchor, Jugendgruppen, Schülerchor,……..) übernommen.
  5. Der Volksgesang nimmt einen großen Raum ein und lädt zum aktiven Mitsingen ein. Taizegesänge und ähnliche Liedrufe, erweitern das musikalische Spektrum.

(25) Die Liturgie ist ein Feiern von Menschen von heute. Sie hat Bezug auf die Realität des Alltags der Mitfeiernden.

    1. Gebet und Hochgebet haben einen aktuellen Bezug zur jeweiligen Sonntagsliturgie und sind in einer Sprache formuliert, die der Alltagssprache so weit wie möglich nahe kommt.
    2. Die Fürbitten nehmen immer auch aktuelle Notfälle und Anliegen aus den Weltnachrichten auf.
    3. Besondere Geschehnisse in Land und Pfarre (Unfälle, Katastrophen, etc.), sowie allgemeine Bedürfnisse (nach Versöhnung, Heilung, …) werden aufgegriffen und in der Liturgie Antwort zu geben versucht.

(26) Wir legen auf die Kinder ein besonderes Hauptaugenmerk, weil sie es besonders schwer haben, heute einen Zugang zur Liturgie zu finden. Bei uns sind Kinder in der Kirche bzw. bei der Liturgie willkommen.

  1. Wenigstens ein Kinderelement wird bei jeder vormittäglichen Sonntagsmesse eingebaut, wenn eine Mindestanzahl von Kindern anwesend ist.
  2. Einmal im Monat feiern wir einen Familiengottesdienst, den verschiedene Gruppen kindgerecht vorbereiten.
  3. Freitag morgens findet eine Schülermesse statt, die von einem Team von Eltern und Religionslehrer gestaltet ist.
  4. Kinder werden in diesen speziellen Gottesdiensten aktiv miteinbezogen werden.

(27) Wir bieten einmal im Jahr eine Segnungsfeier für Schwangere an.

(28) Wir bieten einmal im Jahr eine Segnung von Kinderfahrzeugen an, weil wir dadurch Kinder und Jugendliche, die Tretroller, Skateboard, Fahrrad und Motorroller fahren, ernstnehmen und sie dadurch auch zur Teilnahme bei einem Gottesdienst führen können.

(29) Wir fördern die bestehenden und die Gründung neuer Jugendchörle.

(30) Wir nutzen die diözesane Stelle für „Neue Wege in der Musik“, die in unserem Pfarrheim untergebracht ist, um an manchen Sonntagabend Gottesdiensten durch neue Musik mehr Jugendliche und Aufgeschlossene anzusprechen.

(31) Vor dem Gottesdienstbeginn spielen wir fallweise leise und besinnliche Musik ein, die das Ankommen und die Meditation der Gläubigen erleichtert.

(32) Der Priester verabschiedet am Ende mancher Gottesdienste die Gläubigen beim Ausgang der Kirche, um mehr mit den Gottesdienstbesuchern in Kontakt zu kommen.

 

Teilziele und Maßnahmen im Bereich „Caritas“

(33) Die Sorge um den oder die Nächsten ist ein zentraler Punkt unseres christlichen Glaubens. Jesus ist nach dem Evangelium besonders dort gegenwärtig, wo jemand Hilfe benötigt, wo jemand arm, schwach, krank, obdachlos, … ist. (“Was ihr für einen meiner geringsten Brüder (oder Schwestern) getan habt, das habt ihr mir getan.”
Mt 25,40)

(34) Unsere Pfarre orientiert sich an diesem Beispiel Jesu.
Wir halten Augen und Ohren offen und sensibilisieren dabei auch unsere Pfarrgemeinde dahingehend, dass ein „Netz der Aufmerksamkeit“ durch die Pfarrangehörigen gebildet wird, wodurch die vielfältigen Nöte unserer Mitbewohner im Ort wahrgenommen werden.

  1. Durch verschiedene Formen der Öffentlichkeitsarbeit (Predigten, Pfarrblatt, Homepage, persönliches Ansprechen,…) erreichen wir diese Sensibilisierung und die Bildung eines Solidaritätsnetzes.

(35) Wir motivieren unsere Pfarrmitglieder, nach ihren Möglichkeiten selbst in ihrem Umfeld durch konkrete Nachbarschaftshilfe an der Linderung der Nöte beizutragen.

(36) Bei Schicksalen, die auch die Ressourcen der Pfarrcaritas übertreffen, treten wir in Kontakt mit geeigneten sozialen Einrichtungen (Caritas, IFS, Lebenshilfe, Hospiz,…) und vermitteln Notsuchende dort an professionelle Hilfe. Diesen Kontakt versuchen wir besonders durch die Sozialpaten aufzubauen.

(37) Ergeben sich notwendige, soziale Projekte, suchen wir die Mitarbeit von Laien, indem die zu leistende Aufgabe konkret umschrieben, sowie inhaltlich und zeitlich klar umgrenzt wird.

 

Teilziele und Maßnahmen im Bereich
„Lebendige Gemeinde – viele Gruppen“

(38) Eine lebendige Pfarrgemeinde ist eine Gemeinschaft von kleinen Gemeinschaften. So bilden die Gruppen, wo sich Gläubige zusammentun, eine wichtige Grundlage für die Kirche. Der Glaube wird im Alltag gelebt und erweist sich hier vor allem als eine Kraft, die die täglichen Beziehungen mitprägt und das Miteinander fördert und gestaltet. Daher braucht der Glaube auch die Möglichkeit, sich im Miteinander von Gleichgesinnten zu stärken und sich ständig neu aufzuerbauen.

(39) Unsere Pfarre fördert daher die verschiedenen Gruppen und Teams, die sich in regelmäßigen Abständen treffen, Lebens- und Glaubensfragen, sowie Zweifel besprechen, Aktionen für die Pfarre und das gesellschaftliche Leben der Gemeinde mitorganisieren und vor allem einfach im Austausch und im Feiern das Leben des Gruppenmitgliedes mittragen.

  1. Die Pfarre stellt unentgeltlich jenen Gruppen einen Raum im Pfarrheim zur Verfügung, die mit ihr in Beziehung stehen.
  2. Wir laden einmal im Jahr (zu Beginn des Arbeitsjahres) zu einem Gruppenführungskreis ein. Dabei werden Themen und Projekte, die von allgemeinem Interesse sind, vorgestellt bzw. wenn nötig koordiniert. Ein gegenseitiger Austausch und ein besseres Kennenlernen wird empfohlen.
  3. Der PGR gibt auf Anfrage von Interessenten auch Hilfestellung bei der Neugründung von Gruppen und Arbeitsteams.
  4. Die Gruppen treffen sich in der Regel monatlich und verfolgen neben ihren gesellschaftlichen Aktivitäten auch immer eine spirituelle Vertiefung.
  5. Jede Gruppe bzw. Arbeitskreis beteiligt sich an pfarrlichen und pastoralen Aufgaben z.T. in fixer Form, z.T. auch auf Einladung der Leitung.

(40) Unsere Pfarre versteht sich als eine „mit sorgende Gemeinde“, die nicht nur durch Hauptamtliche liturgisch und pastoral versorgt werden will, sondern selbst in den Gruppen und Arbeitskreisen pastorale Aufgaben übernimmt.

(41) Die Gruppen und Arbeitskreise halten in ihren Aktivitäten ein Gleichgewicht zwischen „Sammlung“  und „Sendung“.
Sammlung meint dabei die gegenseitige Auferbauung durch die Gemeinschaft, das Heimat bieten in der Gruppe und die persönliche, spirituelle Unterstützung.
Sendung zielt auf die Aktivitäten und Dienste für die Pfarrgemeinde, die Begegnung mit den Menschen außerhalb der Kerngemeinde, und ein „missionarisches Zeugnis“ durch Gespräche des Einzelnen über Glaubenserfahrungen.

(42) Jede pfarrliche Gruppe definiert für sich, entsprechend ihren Neigungen, Stärken oder Interessensgebieten, auf welchem Gebiet sie tätig sein will. Dies soll eine gewisse Leitlinie für die Gruppe darstellen und Außenstehenden als Orientierung dienen.

 

Teilziele und Maßnahmen im Bereich
„Taufgespräch und Taufe“:

(43) Im theologischen Wissen, was für ein Geschenk die Taufe für das Kind ist, gewährt unsere Pfarrgemeinde dieses Sakrament auch jenen Eltern, die dem äußeren Anschein nach nicht am religiösen Sinn der Taufe interessiert sind und weder eine kirchliche Praxis noch eine religiöse Kenntnis mitbringen. Wir vertrauen dabei auf die Gnade des Sakramentes, das auch so im Kind Frucht bringen kann.

(44) Durch unsere Freundlichkeit und Offenheit in der Vorbereitung und der familiären Feier der Taufe selbst, möchten wir den nicht selten Fernstehenden einen leichteren Zugang zur Kirche ermöglichen.

(45) Wir legen den jungen Eltern, die nicht selten durch ihre neue Situation mit Kindern unter ihrer Obhut an ihre Grenzen stoßen, keine unnötigen Barrieren (Forderungen, Bedingungen – außer die Kanonischen –) in den Weg.

  1. Wir feiern die Taufe in Gemeinschaft (Taufsonntage) oder während eines Gottesdienstes. Sie wird feierlich und zugleich familiär gestaltet und versucht auf die Vorstellungen und Wünsche der Eltern einzugehen.
  2. Als Geste der Pfarre übergibt die Pfarre bei der Taufe kleine Socken und eine Glückwunschkarte. Damit soll zum Ausdruck gebracht werden, dass die Familie in der Pfarre willkommen ist und sich gehalten und getragen fühlt.
  3. Ein kleines Gebetsheftlein mit ersten, einfachen Kindergebeten bzw. Vorschlägen für die Eltern für ihre erste religiöse Erziehung wird im Rahmen der Tauffeier auch überreicht.
  4. Nach der Taufe wird den Kindern an ihrem ersten Namenstag das Kärtchen über ihren Namenspatron mit einem Brief des Pfarrers geschickt.
  5. Um die Integration weiters zu fördern, weisen wir durch einen Falter auf das bunte Leben der Pfarre und ihre Veranstaltungen hin.

(46)  Das vorbereitende Taufgespräch halten bei uns Laien gemeinsam mit dem Taufspender ab, um schon dadurch den Eltern zu zeigen, das christlicher Glaube auch von Laien ernstgenommen wird und sie in Dienst nimmt. Dadurch erfahren die Teilnehmer, dass unsere Pfarre offen, aktiv und von Mitverantwortung geprägt ist.

(47)  Das Taufgespräch macht die Teilnehmer mit dem tiefen Sinn der Taufe und dem Inhalt der Feier bekannt.

(48)  Beim Taufgespräch lernen die Eltern konkret andere Eltern mit gleichaltrigen Kindern kennen, was eine erste Integration bzw. einen ersten Kontakt mit anderen Pfarrangehörigen ermöglicht, sofern dies gewünscht wird.

(49)  Das Taufgespräch zielt im Letzten darauf hin, den Eltern bewusst zu machen, dass Gott zu ihnen und ihren Kindern JA sagt und dass sie selbst bereit sein sollten, Christus in ihrem Leben wirklich einen Raum zu geben.

 

Teilziele und Maßnahmen im Bereich
„Erstkommunion Vorbereitung“

(50) Die pfarrliche Vorbereitung findet in Tischmütterrunden statt, die ihrerseits von einem EK-Team inhaltlich und organisatorisch vorbereitet werden.

(51) Das EK- Thema hat einen nachvollziehbaren Bezug auf die Eucharistie und die Begegnung mit Jesus Christus im „Brot des Lebens“ und wird so aufgearbeitet, dass es für die Kinder verständlich ist.

(52) Die Auseinandersetzung mit dem Thema und die Frage des „Übersetzens“ in eine kindergemäße Sprache fördert die Möglichkeit bei den Mitgliedern des Teams bzw. bei den Tischmüttern, sich neu mit dem Glauben zu befassen und einen neuen Zugang zu bekommen.

    1. Die Arbeitsmaterialien der Tischmütter sehen eigene, kurze Abschnitte vor, die sich für eine Art „Weiterbildung“ bzw. als Gedankenanstöße für eine „Glaubensschule“ eignen.

(53) Die Kinder hören und erleben in den Tischrunden und Gottesdiensten ein Zeugnis von engagierten Christen, das ihnen den Glauben an die Gegenwart des Auferstandenen in der Eucharistie nicht mehr als „nur Fremdes und Eigenartiges“ erfahren lässt.

(54) Kindgerecht gestaltete Schüler- und Familiengottesdienste, etc. können für Kinder zum Anlass werden, auch an Gottesdiensten nach der EK vermehrt teilzunehmen.

    1. Wir laden zu den Kinder- und Familienmessen besonders auch über die Religionslehrer ein.

 

Teilziele und Maßnahmen im Bereich
„Firmvorbereitung“

(55) Die pfarrliche Vorbereitung findet in wenigstens 3 Treffen oder einem Wochenende in kleineren Firmlingsgruppen statt, die ihrerseits von einem Firm-Team inhaltlich und organisatorisch vorbereitet werden.

(56) Zusätzlich zu diesen inhaltlich gestalteten Treffen werden die Firmlinge dringend eingeladen, auch bei einer sozialen Aktion teilzunehmen.

(57) Das Firm – Thema hat einen nachvollziehbaren Bezug auf das Sakrament der Firmung und die Begegnung mit Jesus Christus in den Gaben des Hl. Geistes. Es wird von einem Firmteam so aufgearbeitet, dass der Sinn des Sakramentes für die Jugendlichen verständlich wird.

  1. Neben dem fixen Basis-Firmteam werden dabei auch viele Eltern einbezogen, bei der Umsetzung des konkreten Programms mitzuarbeiten, -  je nach ihren Fähigkeiten und Freuden.
  2. Auch die Gottesdienste im Rahmen der Firmvorbereitung werden auf jugendgemäße Weise gestaltet und z.T. von ihnen selbst vorbereitet.

(58) Die Firmanmeldung selbst betont schon den Sinn des Sakramentes mit seinem starken  Charakter des Mündigwerden des Jugendlichen: Es fordert deshalb ihre eigene Entscheidung:

    1. Die Firmlinge melden sich selbst für die Firmung an und kommen zur Einschreibung persönlich ins Pfarrbüro.
    2. Bei der Firmeinladung über die Schulen wird auch auf die Möglichkeit des „Langen Firmweges“ (über die Pfarre St. Martin) hingewiesen.
    3. Die Firmlinge werden im Laufe des Firmweges immer wieder mit der Notwenigkeit der persönlichen Entscheidung für den Weg Jesu konfrontiert.
    4. Die bewusste Entscheidung der Jugendlichen für die Firmung setzt auch die Teilnahme am Religionsunterricht in der Schule voraus.

(59) Durch Mitarbeit in einem der vielen Arbeitskreisen oder Gruppen der Pfarre werden die Firmlinge mit den vielfältigen Aufgaben und Tätigkeiten einer lebendigen Pfarrgemeinde bekannt.

(60) Wir laden die Gruppen und Arbeitsteams ein, zu überlegen,
wann und bei welchen Gelegenheiten 1 bis 4 Firmlinge bei ihnen hinein schnuppern könnten.

(61) Die Elternabende sehen wir als Chance, einen spirituellen Impuls an jene Eltern zu geben, die schon lange keinen Kontakt mehr zu Pfarre und Kirche allgemein haben.

 

Teilziele und Maßnahmen im Bereich
„Jugendarbeit“

(62) Grundsatz unserer kirchlichen Jugendarbeit ist:

Wir treten in Kontakt mit Kindern und Jugendlichen, bauen Beziehungen auf und begleiten sie auf einem Stück ihres Glaubensweges.

  1. Wir laden vor allem die Kommunionkinder ein, sich den Minigruppen anzuschließen, indem wir Werbung in den VS (2. Klassen) machen.
  2. In interessanten und abwechslungsreich gestalteten Mini- und JS-Stunden bauen die Kinder zu ihren Leitern und untereinander eine gute Beziehung auf, was dazu beiträgt, dass sie sich in der Pfarre wohlfühlen.
  3. Ältere Jugendliche, die ihrerseits schon als Gruppenleiter mitarbeiten, bilden eine Gemeinschaft untereinander im Führungskreis. Neben gemeinsamen, sozialen Aktivitäten, die ihren Zusammenhalt fördern, wird auch – von Seiten der Leiter – auf ein „Verbundenheitsgefühl“ aus dem gemeinsamen Glauben heraus hingearbeitet.
  4. Im Teilnehmen in den Gruppenstunden lernen die Kinder durch Mitspielen und sich Einbringen, durch Nachgeben, Verzeihen, Sich unterordnen, durch die Aufgabe, selbst ein Spiel anzuleiten, etc… soziale Kompetenzen.
  5. Wenigstens einmal im Jahr gibt es ein Glaubenswochenende für Jugendliche, wo ein ehrlicher Austausch über Glaubensfragen und –zweifeln möglich ist.
  6. Wir bieten für Kinder nach Möglichkeit einmal im Jahr ein Kinderbibelwochenende an, bei denen biblische Themen und Inhalte vermittelt werden.
  7. Wir nützen die Sternsingeraktion dazu, den teilnehmenden Kinder und Jugendlichen selbst zu vermitteln, was Inhalte und Ziele der Projekte sind, die sie ja unterstützen, damit die soziale Not in anderen Ländern, wie auch die solidarischen Lösungsmöglichkeiten den Kindern bewusst werden.
  8. Wir bringen Themen wie christlicher (also lebensbejahender) Umgang mit Beziehungen, mit Sexualität, Gesundheit, Konsumgütern und Medien, sowie Umgang mit Wahrheit, auch in die regelmäßigen Gruppenstunden ein.

(63) Wir fördern Kinder und Jugendliche in der ganzheitlichen Entwicklung ihrer Persönlichkeit.

(64) Wir arbeiten auf die Entwicklung einer persönlichen Gottesbeziehung der Kinder und Jugendlichen hin.

(65) Wir ermutigen sie zu einem christlichen Lebensstil und Wertehaltung im persönlichen und gesellschaftlichen Bereich.

(66) Wir erwarten von den Leitern der Kindergruppen, die Angebote zu Aus- und Weiterbildung anzunehmen.

 

Teilziele und Maßnahmen im Bereich
„Ehe Vorbereitung“

(67) Das persönliche Gespräch der Brautleute mit dem Priester klärt nicht nur die rechtlichen Fragen der Eheschließung, sondern ermöglicht in erster Linie eine positive Erfahrung mit einem Priester und kirchlichem Amtsträger (oft nach langer Zeit), der sich als „Mensch und Freund“ erweißt.

(68) Das aufrichtige Interesse an ihrem Lebensweg und die unkomplizierte Bearbeitung ihres Wunsches nach der kirchlichen Eheschließung ermöglicht bei den Brautleuten eine Haltung der Offenheit auch gegenüber der Institution Kirche.

(69) Die Brautleute werden eingeladen, ihre e-mail bereit zu stellen, damit ihnen ein Newsletter mit für sie relevanten Infos und Einladungen regelmäßig zugeschickt werden kann.

(70) Es wird ihnen der Pfarrinfofolder mitgegeben und besprochen, damit die Ziele der pfarrlichen Tätigkeit bekannt werden.

(71) In dem Ehevorbereitungskurs wird die Ehe nicht überidealisiert, sondern auch die Möglichkeit des Scheitern erwähnt.

 

Teilziele und Maßnahmen im Bereich
„Familienarbeit“:

(72) Wir sehen die Liturgie als einen leichten, möglichen Weg für eine positive, kirhcliche Familienarbeit.

    1. Wir gestalten in der Pfarrkirche ca. monatlich eine Familienmesse, in der Weise, dass sie für Familien mit Kleinkinder ansprechend ist.
    2. Diese Familienmesse wird aktiv beworben in Kindergarten und Volksschule.
    3. Wir bieten nach den Familienmessen ein Pfarrcafé im Pfarrheim an.
    4. Wir feiern so Liturgie, dass bei jedem Gottesdienst bei dem  mehrere Kinder anwesend sind, sie auch persönlich angesprochen werden.
    5. Wir gestalten einen Kindergottesdienst am Hl. Abend, die „Speisenweihe“ zu Ostern, die Martinifeier, … mit speziellem Hauptaugenmerk für Kinder.
    6. Wir nützen die jährliche Möglichkeit einer Kinderfahrzeugweihe, um Kinder und ihre Eltern anzusprechen.
    7. Wir gestalten einmal im Jahr eine Schwangeren-Segnung.

(73) Wir verbreiten das Angebot der Diözese „Familien feiern Kirchenjahr“ unter den Eltern der Erstkommunionkinder und Ansprechpersonen in den Kindergärten.

(74) Wir fördern das Bilden von Familiengruppen unter jüngeren Familien, indem wir das gegenseitige Kennenlernen initiieren.

  1. Das Pfarrcafe kann helfen, dass sich junge Familien gegenseitig kennenlernen.
  2. Wir sprechen bei passender Gelegenheit bewusst die Einladungen zum Bilden von Gruppen aus.

(75) Wir sehen den Pfarrball als besondere Möglichkeit, junge Familien anzusprechen und sie in die Pfarrgemeinschaft zu integrieren.

(76) Wir versuchen, einmal im Jahr ein Familienfest mit Feldmesse und anschl. Spiel und Fest zu organisieren.

(77) Der PGR versucht wenigstens ein bis zwei Angebote bzw. Veranstaltungen im Jahr zu organisieren, die als Zielgruppe junge Paare im Auge haben.

(78) Gerade die Alleinerzieher und in Ehen Gescheiterten wird im allgemeinen Umgang eine besondere Aufmerksamkeit und Wertschätzung entgegengebracht.

 

Teilziele und Maßnahmen im Bereich
„Senioren- und Krankenpastoral“

(79) Neben dem Priester und dem Pastoralassistenten nehmen den Besuchsdienst von Alten und Kranken auch ehrenamtliche Laien wahr.

(80) Wir (Ehren- und Hauptamtliche) besuchen in regelmäßigen Abständen (wenn möglich monatlich) alte und kranke Menschen, um mit ihnen zu reden und sie in ihrer Einsamkeit mit Trost zu stützen.
Manchmal kann das auch mit dem Bringen der Hl. Kommunion verbunden sein, wenn sie nicht mehr fähig sind, zur Messe zu kommen. (siehe Nr.83)

(81) Der Arbeitskreis „Geburtstagswünsche“ besucht alle Personen über 80 Jahre zu ihrem Geburtstag und bringen ihnen einen Gruß von der Pfarre mit.

(82) Die Elisabethenrunde (Pfarrcaritas) besucht in der Zeit vor Weihnachten alle Personen über 85 Jahre und bringt neben einem Gruß auch ein kleines Präsent.

(83) Die Gruppe der Krankenkommunionhelfer bringen jenen kranken und gehbehinderten Menschen, die es wünschen, die Krankenkommunion nach Hause:

    1. Wir bringen die Kommunion (wenn möglich) vornehmlich im Anschluss an den Gemeindegottesdienst am Sonntag, um die Verbindung der Hauskranken mit der Pfarre zu unterstreichen, und weil sie am Tag des Herrn meist den Fernsehgottesdienst mitverfolgen, der als gute Vorbereitung für die Hauskommunion gelten kann.
    2. Wir fördern auch das Selbstbewusstsein von Verwandten von Alten und Kranken, selbst ihren Angehörigen die Krankenkommunion von der Messe nach Hause zu bringen.

(84) Wir sensibilisieren die Pfarrangehörigen, dass sie auf alte und kranke Nachbarn aufmerksam werden und sie auf die Möglichkeit der Besuche und Krankenkommunion ansprechen, die die Pfarre bietet.

(85) Der Priester besucht im Spital auch die Pfarrangehörigen, um ihnen die Sorge der kirchlichen Gemeinschaft erlebbar zu machen.

(86) Bei den Besuchen werden jene Patienten, die eine besonders schwere Situation zu durchleben haben und die es wünschen, notiert und auch zuhause weiter besucht und begleitet.

(87) Wir organisieren eine gemeinschaftlichen Krankensalbung in der
Kaplle “Katharine Drexel” einmal im Jahr nach Ostern.

    1. Das gleiche Programm wird auch im Pflegeheim von der Pfarre aus angeboten, um eine Verbindung von Heim und Pfarrgemeinde zu pflegen.
    2. Im Anschluss an die Liturgie wird eine gesellige Zusammenkunft für die TN im Pfarrheim angeboten.

(88) In den geprägten Zeiten, aber wenigstens im Advent, bieten wir für Alte und Einsame eine gesellige Zusammenkunft im Pfarrheim an.

(89) Wir laden die Senioren und andere Interessenten aktiv zu den verschiedenen Angeboten für Alte und Einsame von Stadt und anderen Vereinen (Kolpinghaus) ein.

 

Teilziele und Maßnahmen im Bereich
„Begleitung von Trauernden“

(90) Das Sterben eines geliebten Menschen stellt für viele eine Art Grenzsituation dar, in denen sie für Fragen nach dem Sinn (der Geschehnisse), nach Gott und den letzten Dingen (Eschatologie), besonders offen sind. Dies sehen wir als Chance für einen wertschätzenden Dialog über ihre Zweifel und Überzeugungen.

(91) Teams von Laien gestalten die Totenwache am Vorabend der Beerdigung (Verabschiedung) in einer ansprechenden Form. Dadurch drückt die Pfarre ihren Wunsch aus, die Trauerfamilie durch ihr Gebet zu begleiten und ihnen Trost zu geben. Es ist auch Zeichen der Gemeinschaft und der gegenseitigen Unterstützung.

(92) Die Seelsorger führen im Rahmen der Vorbereitungen für den Beerdigungsgottesdienst ein herzliches, aufrichtiges und achtsames Gespräch, dass nicht nur der persönlichen und ansprechenden Gestaltung der Feier des Gottesdienstes dient, sondern auch eine positive Erfahrung mit einem Priester bzw. kirchlichem Amtsträger (oft nach langer Zeit) ermöglicht, der sich als „Mensch und Freund“ erweißt.

(93) Das aufrichtige Interesse an ihrer Trauer und Lebenssituation, und die unkomplizierte Bearbeitung ihres Wunsches nach einer (Hilfestellung für eine) kirchliche(n) Trauerfeier, ermöglicht bei den Angehörigen eine neue Erfahrung von Kirche, die mit ihrem Leben zu tun hat, ihnen eine Begegnung mit Gott ermöglicht und sie in ihrer Trauer nicht allein lässt.

(94) Wir begegnen den Angehörigen der Verstorbenen mit Wertschätzung und nehmen uns Zeit für das Gespräch. (Priorität 1)

  1. Wir gestalten den Raum dafür in einer diskreten, freundlichen und angemessenen Weise, der störungsfreie Ruhe ermöglicht.
  2. Wir besuchen, wenn möglich, die Trauerfamilien auch in ihren Häusern.
  3. Die Seelsorger sprechen im Gottesdienst eine Sprache, die auch für die Mehrheit der Fernstehenden verständlich und angemessen ist und passen auch die vorgesehenen Riten und Zeichenhandlungen dem heutigen Menschen an.

(95) Nach einer Zeit von ca. 1 bis 2 Monaten werden die hinterbliebenen EhegattInnen bzw.  Eltern oder auch Menschen, die in einer besonders engen und solitären Beziehung zum Toten gestanden sind, von einem Pfarrmitglied besucht und ihnen ein Trauerbüchlein mit Gruß vom Pfarrer überreicht.

(96) Einsam Zurückgebliebene, werden notiert für einen etwaigen Besuchsdienst. Wir laden sie auch ein, die Hilfe einer überpfarrlichen Trauergruppe zu nützen.

 

Teilziele und Maßnahmen im Bereich
„Ökumene und interreligiöser Dialog“

(97) Die Ökumene ist uns ein Anliegen. Deshalb fördern wir auf dem Gebiet der Bibel, das uns mit den evangelischen Mitchristen am meisten vereint, eine Zusammenarbeit.

  1. Wir pflegen mit den Pastoren ein Gutes Verhältnis und überlegen, wo wir gemeinsame Aktionen machen könnten.

(98) Obwohl wir die Trennung beim Abendmahl nicht nachvollziehen können, sehen wir von einer Rom provozierenden Haltung ab.

(99) Auch der interreligiöse Dialog mit den moslemischen Mitbewohnern unserer Gemeinde soll in den nächsten Jahren in Gang gebracht werden, um Vorurteile abzubauen und ein gegenseitiges Kennenlernen, wenigstens auf Leitungsebene (Seelsorger, Imame), zu ermöglichen.

 

Teilziele und Maßnahmen im Bereich
„Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“

(100)  Wir unterstützen, gemäß unserem christlichen Auftrag der Bergpredigt, alle Aktivitäten und Nicht-Regierungs-Organisationen (NGO´s), die sich für die Würde des Menschen und für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen, egal, ob sie aus kirchlichen oder anderen Kreisen herkommen.

  1. Wir verteilen die CSI Informationsblätter gratis an die Kirchenbesucher.
  2. Wir halten Kontakt zu Menschenrechtsgruppen und geben ihnen auf Wunsch die Möglichkeit zur Informationsweitergabe auch im pfarrlichen Bereich. (z.B. von AI [Amnesty International] gestaltete Messe oder Vorträge im Pfarrheim.)

(101) Wir fördern pfarrliche Missions- und Entwicklungsprojekte in armen Ländern, vor allem dort, wo wir durch bekannte Projektpartner schon Verbindungen haben.

(102) Wir machen die Gutheißung durch die Pfarre für Kollekten zugunsten dieser Zwecke deutlich, (zB Dreikönigsaktion u.a.), indem wir sie ausreichend propagieren.

(103) Wir ermutigen auch Jugendliche, sich bei derartigen Aktionen zu beteiligen. (Alljährliche Schuhputzaktion für soziale Zwecke; Sternsingeraktion, Unterschriftenaktionen, …).

(104) Die breite Themenpalette von „Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ findet ihren Wiederhall auch in Liturgie (Predigt), Bildungsangeboten und in den Gruppen.

(105) Wir verwirklichen die Grundsätze von „Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ zuerst in unseren eigenen Bereich der Pfarre, bevor wir sie von anderen fordern.

    1. Wir achten und verwirklichen die Menschenrechte in der Kirche.
    2. Wir achten auf gerechte Arbeitsbedingungen und zahlen unseren Angestellten gerechten Lohn.
    3. Wir verwenden bei unseren Veranstaltungen fair gehandelte Waren.
    4. Wir achten auf die Frage der Nachhaltigkeit beim Einkauf und beim Energieverbrauch.